Das Siebengebirge und der Rheinlauf
in dieser Region
Vor circa 400 bis 350 Millionen Jahren lagerten sich in der Zeit des Unterdevons durch das Devonmeer und die darin mündenden Flüsse das Grundgestein Grauwacke, Tonschiefer und Sandstein ab. Vor etwa 350 bis 280 Millionen Jahren wurde dieses Gestein durch Druck aufgepreßt und zusammengefaltet. Es bildete sich das Variszische Gebirge, dessen Gebiet
sich von der Bretagne bis nach Polen hinzog. Vor etwa 67 bis 58 Millionen Jahren wurde das Variszische Gebirge durch Einflüsse der Umwelt, z.B.Wind und Wasser, zu einem Rumpfgebirge mit welliger Oberfläche abgetragen. Infolge dieser Einflüsse brach die Kölner- bzw. Niederrheinische Bucht ein.
Vor etwa 37 Millionen Jahren verlagerte sich infolge dieser Absenkung die Nordsee bis in die Gegend des heutigen Bonns und zog sich vor etwa 25 Millionen Jahren wieder in Richtung Norden zurück. Ab circa 28 Millionen Jahren vor Heute kam es im Siebengebirgsraum zu vulkanischen Aktivitöten, wodurch große Mengen trachytischer Asche ausgestoßen
wurden und zu einer ursprünglich einige hundert Meter möchtigen Tuffablagerung führten.
In die Tuffdecke drangen Trachyte, Latite und Alkalibasalte in Form von Quellkuppen, Schlotfüllungen und Göngen ein. Die störkste Aktivitöt endete vor circa 22 Millionen Jahren, nur die Förderung basaltischer Gesteine hielt lönger an, sie endete vor höchstens 15 Millionen Jahren (Walter, 1995). Erneut wurden durch Einflüsse von Wind und Wasser die Schichten (vor allem Asche) abgetragen, die nicht resistent waren. Vor etwa 450.000 Jahren begann sich der Rhein durch das sich hebende Rheinische Schiefergebirge einzuschneiden.
Die zahlreichen Kurven und Knicke im Verlauf zwischen Bingen und Bonn sind als freie Mäander (Flußschlinge) in einem flachen Tal entstanden und wurden bei der Hebung als Zwangsmäander eingeschnitten. Das Siebengebirge ist eine bewaldete Hügellandschaft. Der Naturpark Siebengebirge umfaßt davon ein Areal von 4.800 ha und circa 200 km ausgeschilderte Wanderwege.
Die bestehende Kilometrierung für Deutschland bzw. die Niederlande rechnet von Konstanz ab, ist seit dem 1. April 1939 gültig und ersetzt alle vorherigen Einteilungen. Ihr Nullpunkt liegt in der Mitte der alten Konstanzer Rheinbrücke und endet mit Kilometer 1036,20 westlich Hoek von Holland (Einmündung in die Nordsee bei Kilometer 1032,80). Die vollen Rheinstrom-Kilometer werden durch große Tafeln rechtwinklig zur Stromachse an beiden Ufern angezeigt. Die 500-Meter-Marken bestehen aus einem schwarzen Kreuz auf weißem Grund. Die übrigen 100-Meter-Marken – etwa 100 cm x 50 cm große Rechtecke auf etwa 2 m hohen Eisenstangen – werden durch die Zahlen 1 bis 4 und 6 bis 9 dargestellt.
Zur Zeit beherbergt der Rhein wieder 63 Fischarten, lediglich der Stör fehlt. Alle auffindbaren Fische sind eßbar. Durch den Bau von Fischtreppen an den Wehren können heute auch wieder Wanderfische wie Lachs und Meerforelle bis zum Oberrhein und in die Nebenflüsse aufsteigen und dort laichen. Auch die Artenvielfalt von Muscheln, Schnecken und Insekten hat zugenommen, es sind auch Neueinwanderer darunter.
Den Hauptanteil an den Fischarten haben: Rotauge, Stint, Döbel, Aal, Ukelei, Flußbarsch und Brachse. Neu eingewanderte Arten sind: Sonnenbarsch und Zander, sowie die aus der Donau
stammende Marmorgrundel (Grundeln) und der Weißflossengründling. Der Schneider am Oberrhein und Flunder und Quappe am Niederrhein haben ihre Bestände vergrößert. Der Lachs vermehrt sich seit 1994 in einigen Nebenflüssen zunehmend natürlich. Die Anzahl der Kleintiere lag im Jahr 2000 fast so hoch wie vor 100 Jahren.
…Und das alles zu Ihrem Vergnügen.